Biographie - Journalist/Schriftsteller

Popp ist der jüngste Sohn des Oberstudiendirektors Heinrich Popp und seiner Ehefrau Ilse. Sein Vater lehrte am Gymnasium in Staßfurt Deutsch, Geschichte und Geographie. 1951 floh die Familie in die Bundesrepublik, wenige Wochen nachdem sein Vater aus dreimonatiger DDR-Haft entlassen worden war. Das "Verbrechen", das die Staatssicherheit ihm vorwarf, war : er habe Westzeitungen gelesen. Zunächst lebte die fünfköpfige Familie in Bad Harzburg; später siedelte sie sich in Goslar an. Dort besuchte Popp zunächst die Grundschule und wechselte danach auf den neusprachlichen Zweig (englisch, französisch) des Ratsgymnasiums für Jungen, auf dem auch sein Vater unterrichtete. Im Alter von 15 Jahren begann er zu schreiben: Kurzgeschichten und Gedichte. In der Unterprima war er bereits Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller (VS) und las öffentlich aus seinen Werken.

Nach dem Wehrdienst, den er 18 Monate in Seeth, Schleswig-Holstein, ableistete, absolvierte er ein zweijähriges Volontariat bei der Goslarschen Zeitung. Im Januar 1971 wechselte er als Chefreporter zum Donau Kurier nach Ingolstadt und von dort (im Oktober 1975) als politischer Redakteur und Ressortleiter "Zeitgeschehen" in die Mantelredaktion der Westdeutschen Zeitung nach Düsseldorf. Ab April 1979 arbeitete er als Korrespondent in der Bonner Zentralredaktion des Deutschen Depeschendienstes (ddp).

Am 20. Mai 1983 trat Rainer Popp seinen Dienst als Chefredakteur bei Radio Luxemburg an. Sieben Monate später wurde er in Doppelfunktion auch Chefredakteur von RTL-Fernsehen. Dort entwickelte und leitete er ab 1. Januar 1984 zusätzlich zu seinen Aufgaben im Hörfunk die RTLplus-Nachrichtensendung "Sieben vor Sieben". Die ersten Moderatoren waren Geert Müller-Gerbes, Hans Meiser und Hergen Björn Schimpf sowie Maggie Deckenbrock.

Popp konzipierte und leitete das Frühstücksfernsehen von RTL und war zugleich ab Januar 1988 Nachfolger von Helmut Thoma im Amt des Programmdirektors von Radio Luxemburg. 1987 erschien im Verlag Droemer/Knaur sein Buch "Ein Irrenhaus fährt Achterbahn / 30 Jahre Radio Luxemburg", in dem er seine beruflichen Erlebnisse bei RTL beschrieb.

Nach seinem Weggang von RTL, den er auf eigenen Wunsch und gegen den ausdrücklichen Willen der Generaldirektion herbeiführte, ging er zunächst nach München, dann nach Wien und 1990 nach Köln, wo er sich als Buchautor und Medienberater niederließ. Unter anderem betreute er 1991 für den Westdeutschen Rundfunk (WDR) als Herausgeber die in der ARD bundesweit ausgestrahlte politisch-satirische Puppensendung "Hurra Deutschland". Er war auch 1995 ausführender Produzent der RTL-Nachtshow mit Thomas Koschwitz. Danach arbeitete Popp als Programmdirektor der Medienagentur Brainpoint in Frankfurt am Main.

Internationale Aufmerksamkeit - vor allem in Israel - erregte er mit seinem "Nazi-Test", als er sich im Jahre 2002 unter dem Pseudonym Rudolph Lehwald bei den damals im deutschen Parlament vertretenen Parteien mit rassistischen und menschenverachtenden Zitaten aus Hitlers Buch "Mein Kampf" erfolgreich um die Mitgliedschaft von CDU, CSU, SPD, FDP und den Grünen bewarb. Zu jener Zeit bemühten sich Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat vor dem Bundesverfassungsgericht vergeblich um ein Verbot der rechtsradikalen NPD.

Rainer Popp war von 2008 bis 2016 Geschäftsführer der Tele Veronika GmbH. Die Gesellschaft ist erloschen.

Popp ist seit 1973 in erster Ehe mit der Portrait- und Landschaftsmalerin Ingrid Popp (geb. Nehren) verheiratet und Vater von zwei Kindern; Sohn Gregor (geb. 1975) und Tochter Kristina (geb. 1980). Popp ist Mitglied der 1990 gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus gegründeten Charta Europa. Er lebt in Köln.

 

Weblinks

 

Buchveröffentlichungen

  • Gelächter (Lyrik), Achat Verlag, 1968
  • Ein Irrenhaus fährt Achterbahn, Verlag Droemer Knaur, 1987
  • Deutschland zum TÜV/Neun Wege aus der Krise, Argon Verlag, 1998
  • Im Angesicht der Lüge (Roman-Trilogie), Verlag SWB Media Publishing, 2015, 2016, 2017
  • Die Wörter und die Toten (Roman), Verlag SWB Media Publishing, 2018

Quelle: Wikipedia

Biographie - Kunstmaler/Bildhauer

Maler und Bildhauer, Autodidakt, Jahrgang 1946, geboren in Staßfurt (Sachsen-Anhalt), aufgewachsen in Goslar, lebt und arbeitet seit 1989 in Köln. Zuvor Wohnsitze in Ingolstadt, Düsseldorf, Bonn und Luxemburg.

 

Er hat die „combined paintings“ des US-Amerikaners Robert Rauschenberg in eine neue Dimension geführt und aus der Erhöhung dieser künstlerischen Kraft seine lasziv-ästhetischen, seine farbintensiven dreidimensionalen Objektbilder geschaffen – aufreizende Chiffren seiner unverwechselbarer Kreativität und seiner ungewöhnlichen Ausdrucksstärke.

 

Popp definiert seine vehementen, seine emotional aufgeladenen Bildcollagen als Manifest einer erleuchteten Lyrik, die es anzufassen, die es zu betrachten und die es in eigener Sprache zu lesen gilt. Und in diesen Gemälden, die er als Projektionsflächen seiner Hände, seiner Augen und seiner Seele sieht, mischen sich Meditation und Mystik zu optischen Signalen, die einen eigenständigen, unvergleichlichen Kosmos bilden.

 

Ihm kommt es darauf an, neue und nach stringenten Prinzipien gestaltete Farbstrukturen zu komponieren und sie in einem Geflecht aus Gegenständen in eine direkte Beziehung zu stellen: intuitiv, blendend, aggressiv, wuchtig - und immer ästhetisch.

 

Die Materialien, die er dazu verwendet, stammen aus Alchimisten-Küchen, aus Rumpelkammern und von den Ecken der Welt: Polyester und Pappe, Bettlaken, Puppen und Schießpulver; dazu Patronenhülsen von den Schlachtfeldern Verduns, Felle und Wachs, Glasscherben, Packpapier, Steine und Vogelfedern, Treibholz aus dem Mittelmeer, Stöckelschuhe aus Luxemburg oder verrostete Nägel, die ans Rheinufer geschwemmt wurden.

 

Er malt mit Leinöl, Spucke und Spiritus, mit Feuer und Treibsand, mit Lacken und Pflanzensäften, mit Blütenstaub, Asche, Acryl und saurem Regen. Er verwendet Mörtel, Teer, Haarspray und Make up, Eau de Cologne, Danziger Goldwasser und Spiritus.

 

Der New Yorker Galerist Bill Hetzler: „Popp ist ein Künstler von internationalem Zuschnitt.“

 

Die Luxemburger Galeristin und Kunsthistorikerin Maria Magdalena Burghagen: „Die Bilder von Rainer Popp sind Altäre aus Farben, Formen und seiner ausdrucksstarken Fantasie. Und seine Skulpturen, gefertigt aus Eisen, Draht und Gips, offenbaren wie Schattenrisse die unermeßliche Vielfalt des menschlichen Seins in seiner Hinfälligkeit und in seiner Endlichkeit.“

 

Einzelausstellungen, in denen die Werke von Rainer Popp gezeigt wurden: in der Galerie der Andy-Warhol-Freunde Taylor/McLoud (New York); Art Gallery (Luxemburg-Stadt); Art Exposition (im belgischen Spa); Espace Delpha (Paris).

 

Gruppenausstellungen: Congress Palais (Brüssel) Centre culturel Jacques Brel (Thionville); Palais de L`Europe (Straßburg); Museum des Saarlandes und Die moderne Galerie (Saarbrücken); Nationalbibliothek des Großherzogtums Luxemburg (Luxemburg-Stadt); Museum van Bommel-van Damm (Venlo), Galerie Schröder & Partner (Köln; zusammen mit Werken von Salvador Dali, Sigmar Polke und Christo). Außerdem Ausstellungen in Lüttich, Metz, Frankfurt am Main, Stuttgart, Lübeck, Schwerin, München und Hamburg.

 

Rainer Popp ist Einzelgänger; es gibt keine Stilrichtungen, die seinen Bildern zuzuordnen sind. Seine Skulpturen jedoch, die erinnern an die Arbeiten des Schweizer Bildhauers Alberto Giacometti: filigran, verletzlich, zerbrechlich hochbeinig und himmelwärts gerichtet.

 

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© Rainer Popp