N e u e r s c h e i n u n g

164 Seiten, Paperback, Verlag Edition Bärenklau, 2021

Eine Auswahl der Verse:

Mein Gesicht von morgen

Es könnten Furien sein
oder spanische Reiter
oder ein Wirrwarr aus gefletschten Zähnen -
mir dicht auf den Fersen im Tagebau
jenseits der Jochbögen,
die meine Blick zurückschleudern:
Rinnsale,
Täler,
Gräben,
Geäst -
immerzu,
immer da,
immer auf der Hut.
Schleifspuren der Tränen
zanken sich untereinander
auf den Äckern meiner Wangen.
Sehe Adler, die um die Wette laufen
im körnigen Rund meiner Netzhaut.
Sehe Kümmernis tropfen
von den Lippen enthäuteter Auguren.
Bin eingesperrt
im Unterstand
seiner erzürnten Endlichkeit.
Tausendmal in den Furchen
ein unbekanntes Farbenspiel
zwischen den Endmuränen meiner Jahre.
14Und tausendmal zerbersten die Erinnerungen
unter den Schlägen der Dreifaltigkeit.
Im Mondlicht sieht es aus
wie ein geschmückter Hain von Linden.
Mal ist Winter,
mal ist Nebel,
mal ist ́s Sommerhitze
mal kommt der Hagel darin um,
mal schlagen Gedanken auf mich ein,
mal flammt geteertes Blattwerk auf,
mal schminkt sich mein Mund
mit Zypressen und dem Rot der Zunge.
Ihn trug der Fährmann
hinaus auf See in einer Sänfte
und schaute ihm nach,
als er verschwand im Wasser der Geysire;
ein Uhu flog zurück in seine Höhe,
ein Salamander tauchte ein ins Blutbad,
im Ungemach ein Feuersturm der Stille.
Ist benetzt,
ist blinder Rumpf der Barke,
ist ergraut in der Steppe,
ist skalpiert,
ist ausgeweidet,
ist feixend auferstanden,
ist morgen noch da -
in meinem dahinsiechenden Gesicht.

Fernab von allem


Schweife als Schatten in der Wiege des Windes,
spreche als Widerhall zum Totengeläut,
fliege als Wort durch die Erinnerung,
laufe als Strophe in meine abschüssige Zeit.
In dieser Stille,
die mein Haar entzündet
- fernab von allem -
schneit es Zifferblätter und Zufluchtsorte.
Reite als Wolke zurück an den Anfang,
fahre als Dunkelheit in den Scheideweg,
springe als Mondlicht über die Zäune der Nacht,
verharre als Bildband in meiner Sonnenwende.
In diesem Blickfeld,
das mich eintrübt
- fernab von allem -
fallen Fragezeichen vom Firmament der Vorsehung.

Erkrankte Welt


In jeder Nische ein Würgemal,
auf jedem Dach ein Bluterguss.
Die Innenstadt ist voll mit Hämatomen.
Hinter jeder Tür ein Darmverschluss,
in jedem Fenster ein blaues Veilchen.
Furunkel kutschieren auf Eselskarren.
Vor jedem Haus ein Hodenbruch,
an jeder Kreuzung ein Fieberschub.
Die Parks sind übersät mit Leichen.
Unter jedem Bett ein Saumgeschwür,
an jedem Tisch die Pest.
In den Gärten schreit die Pandemie.
Zwischen den Stühlen ein Mauerpfahl,
inmitten des Waldes das Harakiri.
Aus der Ferne quäkt das Martinshorn.

Der Bruch des Schweigens


Zunächst verhöhnten sie ihn,
dann schlugen sie auf ihn ein,
und eskortiert von vier verruchten Flagellanten
schleppten sie ihn rauf zur Felsennadel.
Sag` uns: Wer bist du und wo kommst du her?
Gestehe: Du hast hier rumgeschnüffelt.
Raus mit der Sprache: Bist du im Besitz des Grals?
Der Banner am Leuchtturm
schlug ihm Schmisse
in die Winkel des Mundes.
Er schwieg zum Stand der Sonne.
Er sagte nichts zur Beschaffenheit der Erde.
Er verriet nicht den Kreis der Eingeweihten.
Er hielt seine Zunge zurück.
Erst als sie ihn folterten,
brach sein Schweigen,
und er verriet seinen Kosenamen.
Im wollüstigen Grün der Flora,
die Arme gefesselt,
die Füße in Eisen,
verwischte er alle Spuren
und kehrte heim in sein Herzblut.

Reich mir die Stunde als Tausendfüßler


Reich mir mein Vaterland,
dass ich es von den Bäumen hole
und neu erschaffe.
Reich mir meine totgeschlagene Muttersprache,
damit ich sie vom Sterbebett
in ein Mausoleum trage.
Reich mir die abstoßenden Wortführer,
die ich in der Jauche
ihres Geschwätzes ertränke.
Reich mir die Volksverhetzer,
denen ich
die Kehlen zerquetsche.
Reich mir die Rassisten,
die ich mit blauen Bohnen
und Rattengift kreuze.
Reich mir die Gestrandeten,
für die ich
tausend Schiffe vom Stapel lasse.
Reich mir die Fliehenden,
für die ich
freie Flecken auf Erden suche.
100Reich mir die Verarmten und die Hungernden,
denen ich
Burgen und Backöfen baue.
Reich mir die Gefesselten,
für die ich
meine Streitkräfte in den Krieg schicke.
Reich mir die Kinder,
die ich aus dem Rauch führe,
in dem sie zu ersticken drohen.
Reich mir die Meere und all die Flüsse
und die Seen und die Teiche,
dass ich meine Fäuste erhebe.
Reich mir die schwarzen Wände,
die schwarzen Mauern,
die schwarzen Häuser, die ich mit Licht streiche.
Reich mir die Beile und die Dolche
und die Messer
und die Spieße ohne die Schlachthöfe.
Reich mir die Stunde als Tausendfüßler,
von denen ich
ein unentwegter Zögling bin.

Lesermeinungen zum neuesten Roman

 
"Rainer Popp ist ein bedeutender Schriftsteller unserer Zeit. Diesen Roman zu lesen, das ist ein intellektuelles, emotionales und höchst anregendes Vergnügen: Brillante Metaphern, geschliffene Wortdiamanten, faszinierende Sinn-Kaskaden und Sturzbäche strömender Gedankenspiele."
  -  Jacky Dreksler, TV-Produzent, Buchautor, Köln

 

"Gewaltig! Ein Meisterwerk der Literatur. Ich habe solch einen beeindruckenden Roman noch nie gelesen."

  - Anton Isler, Finanzmanager, Luzern

 

"Mehr als 500 Seiten hat dieses Buch, und jede einzelne ist von hohem Wert. Mitreißend, dramatisch, überraschend."

  - Thomas Olk, Diplom-Betriebswirt, Würzburg

520 Seiten, Paperback

120 Seiten, Brilliantdruck

 

Ein einziger Blick nur, und das furchtbare Grauen, das zwei Männer verbindet, ist als Muttermal in der Farbe Rot aus der Hölle zurückgekehrt. In diesem Roman blüht die Rache unverhohlen. Hier wird heimgezahlt. Hier fehlt die Vergebung ganz und gar. Der Enkelsohn eines im KZ Treblinka ermordeten jüdischen Arztes geht auf die Suche nach dem Peiniger seines Großvaters – und er findet ihn und er zieht ihn zur Rechenschaft in der Bibliothek des hochbetagten Hausherren – und die Werke von Goethe und Nietzsche und Bert Brecht, die schauen dabei zu. Dieses Buch beginnt mit der Schilderung von Fürsorge, Zuwendung und Hingabe, aber es handelt stattdessen von einem beispiellosen Menschheitsverbrechen, über das die Geschichtsbücher dieser Welt noch in zehntausend Jahren berichten werden: von der Vernichtung der europäischen Juden durch die Nazi-Herrschaft in Deutschland.

 

 

 

 

 

 

 

 

(Rainer Popp  Schreie aus seinem Mund, Roman, 228 Seiten, APEX Verlag, Paperback 10,99 Euro, Hardcopy 19,99 Euro; e-Book 2,99 Euro)

E ine Reise in den Sudan, nach einer Botschaft des Schreckens zufällig bestimmt durch den Flug eines Reiskorns auf einer Weltkarte, soll einem Frankfurter Aktienhändler die Erlösung bringen. Doch die Ereignisse, die ihm das Schicksal bescheren, entwickeln sich anders als geplant.

 

Eigentlich ist ihm sein Sterben mehrfach vorausbestimmt; die Begegnung mit einer einheimischen jungen Frau führt ihn aber wieder zurück ins Leben.

 

Ob er Deutschland jemals wiedersieht, darüber wird der Tod entscheiden. Und wem sich das Leid in den Weg stellt, darüber gibt das Schweigen der Schatten Auskunft, die eines Tages plötzlich und unerwartet heraufziehen.

 

(Rainer Popp  Das Schweigen der Schatten, Roman, 252 Seiten, APEX Verlag, Paperback 10,99 Euro, Hardcopy 19,99 Euro; e-Book 2,99 Euro)

Ein Psychodrama,
ein Ehebruch,
ein Schicksalsschlag

 

Ein literarisches Tribunal gegen die Zerstörung

der deutschen Sprache.

Von jemandem,
der alles verlor,
was ihm gehörte

 

Die Triologie

eines Meisterwerks

auf 1000 Seiten:

Eine Anklage
gegen die Ausbeutung
der Unterdrückten

 

Vom größten Coup,

den die Welt

je gesehen hat -

Von den unfähigen Bossen,

die sich selbst
der Nächste sind

 

ungeheuerliche Lügen,

unglaubliche Lust,

unsagbares Leid.

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